Küstenautobahn: „Intelligente Lösungen statt teurer Prestigeprojekte“

11. Mai 2012  Allgemein

Initiativen schließen sich bundesweitem Netzwerk „Verkehr mit Sinn“ an

„Deutschland ist durch ein außerordentlich dichtes und in der Unterhaltung teures Straßennetz erschlossen. Verkehrswissenschafter zeigen seit langem auf, dass der Grenznutzen des vorhandenen Straßernetzes erreicht ist und jeder weitere gebaute Kilometer Straße höhere Kosten und Umweltauswirkungen verursacht als er Nutzen bringt.“

So ist es zu lesen in der Präambel des Grundsatzpapiers des Anfang Mai in Würzburg neu gegründeten Netzwerks „Verkehr mit Sinn“. Das neue länderübergreifende Netzwerk wurde von Verkehrsinitiativen aus dem gesamten Bundes gebiet ins Leben gerufen. Die rund 40 Teilnehmer der Gründungsversammlung repräsentierten insgesamt über 200 Bürgerinitiativen, Dach- und Umweltverbände Auch der Koordinationskreis der Initiativen und Umweltverbände gegen die Küstenautobahn A 20 war dabei und trat dem Netzwerk bei.

Das Grundsatzpapier des Netzwerkes fordert eine Ausweitung der Bürgerbeteiligung und die grundlegende Reform der Bundesverkehrswegeplanung hin zu einem ehrlicheren Ansatz bei der Bewertung. Ökologisch und ökonomisch unsinnige Projekte gehörten demnach kritischer als bisher auf den Prüfstand. Zentraler Aspekt sei der Schutz von Mensch, Natur und Landschaft, sowie die Reduktion der Emissionen von Lärm, Schadstoffen und Klimagasen. Ebenso müsse auch die künftige Ressourcenverknappung und der demographische Wandel berücksichtigt werden.

Weiter heiBt es in dem Papier: „Wir wollen in unserer dicht besiedelten Heimat Natur und Landschaft vor weiterer Zerschneidung und Überbauung schützen. Wir wollen intelligente und dauerhafte Lösungen für anstehende Verkehrsfragen, statt plumper Antworten in Beton, teuren Prestigeprojekten und medienwirksamen Spatenstichen für Politiker. Wir fordern sinnvolle Verkehrssysterne, die keinen ausschließen und die langfristig auch bezahlbar sind.“

Das Netzwerk möchte eine Plattform für den gegenseitigen Austausch von Erfahrungen schaffen, um die Ressourcen miteinander zu teilen und sich gegenseitig zu unterstützen. Ein gemeinsames Auftreten gegenüber Politik, Verwaltung und Verbänden sowie in der Öffentlichkeit soll helfen, sich wirkungsvoll für die Erreichung der gemeinsamen Ziele einzusetzen, Insbesondere soll auf die Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans 2015 Einfluss genommen werden.

Der Koordinationskreis der Initiativen gegen die A 20 verspricht sich noch mehr Schlagkraft durch die Vernetzung mit anderen Initiativen auf Bundesebene: „Bundesweit wollen die Menschen keine weitere Zerschneidung ihrer Landschaft durch Straßen, die keinen Nutzen mehr bringen“, so der Eindruck von Uwe Schmidt. Sprecher des Koordinationskreises. von der Gründungsversammlung in Würzburg, Allein im Koordinierungskreis gegen die Küstenautobahn sind mehr als 14Initiativen aus der Region zwischen Ammerland und EIbe organisiert.

Text Friesländer Bote vom 11.05.2012