Verzicht auf A 20 ist der beste Klimaschutz

06. Januar 2013  Allgemein, Pressemitteilungen

Niedersachsens Umweltminister Stefan Birkner (FDP) hat am 2. Januar die klimapolitische Umsetzungsstrategie des Landes Niedersachsen vorgestellt1,2. Im Hinblick auf die Klimaveränderung ist neben dem Küsten- und Hochwasserschutz laut Umsetzungsstrategie der „Erhalt der organischen Böden“, also der Nieder- und Hochmoorböden sowie der Marschböden, von Bedeutung. Diese Böden sind als Speicher von Kohlenstoff besonders wichtig für den Klimaschutz.

„Eine recht konträre Aussage wenn man bedenkt, dass unter der derzeitigen Regierung eine Vielzahl an Hoch- und Niedermooren durch Straßenbauprojekte gefährdet ist“, stellt Uwe Schmidt, Sprecher des Koordinationskreises der Initiativen gegen die A 22/20 fest. Das geplante Bauvorhaben A 20 verläuft etwa zur Hälfte durch abwechslungsreiche Nieder- und Hochmoorlandschaften. Durch das Autobahnbauprojekt würde nicht nur deren Klimaschutzfunktion vollständig und unwiederbringlich zerstört. Es würde auch zusätzlicher klimaschädlicher Straßenverkehr verursacht3. „Der beste Klimaschutz ist der Verzicht auf die A 20“, so das Fazit von Schmidt.

Im Hinblick auf die Bewältigung der Folgen des Klimawandels ist auch das riesige Wasserrückhaltevermögen der Moorgebiete von herausragender Bedeutung. Einen weiteren Beitrag zum Klimaschutz würde die verstärkte Verlagerung von Frachten von der Straße auf den küstenparallelen Seeweg und die Schiene bewirken.

Folgende Moorgebiete würden durch die A 20 zerschnitten oder tangiert (von West nach Ost):

Garnholter Moor, Dringenburger Moor, Hahner Moor, Lehmder Moor, Kreuzmoor östlich Rastederberg, Jaderkreuzmoor, Südbollenhagener Moor, Mentzhauser Moor, Neustädter Moor, Frieschenmoor, Kötermoor, Moore bei Dünenfähr und Stinstedt, Lunestedter Moor, Stertmoor, Kreuzmoor zwischen Wollingst und Osterndorf, Randmoorgebiete nördlich Wollingster See, Rehhornsmoor, Moore an der Malse, Kornbecksmoor, Moore südlich Breitenwisch und Engelschoff, Hammahermoor, Gauensiekermoor und Ritschermoor. Hinzu kommen die Niedermoor- und Marschböden beidseits der Weser und Oste sowie entlang von Rohr und Dohrener Bach.

Quellen:
  1. http://www.umwelt.niedersachsen.de/aktuelles/pressemitteilungen/111730.html
  2. http://www.umwelt.niedersachsen.de/download/73816
  3. Durch den Bau von Straßen entsteht zusätzlicher Verkehr, der so genannte induzierte Verkehr. Aussagen über die Größenordnung des induzierten Verkehrs gehen zwar weit auseinander (zwischen 5 und 40 %), die überwiegende Anzahl der Untersuchungen geht aber von einem Verkehrszuwachs durch induzierten Verkehr von rund 20 % aus (Umweltbundesamt 2005: Determinanten der Verkehrsentstehung. Texte 26/05).