Wesertunnel bleibt unsicher

Aussagen lassen sich verbiegen, Tunnelwände nicht!

Im Planfeststellungsverfahren zum Wesertunnel Mitte der neunziger Jahre äußerte sich die Straßenbaubehörde zur Rolle des Tunnels für eine Küstenautobahn: „… Der Ausbauquerschnitt des Tunnels entspricht nicht dem erforderlichen Querschnitt einer Bundesautobahn, weil der Bau von Standstreifen nicht vorgesehen ist. Eine nachträgliche Querschnittserweiterung ist technisch nicht möglich. …“. Weiter hieß es: „ Der vorgesehene Tunnelquerschnitt entspricht nicht den erforderlichen Kriterien einer Autobahn. …“.

Nun verlautet von Seiten der gleichen Behörde, der Tunnel sei „breit genug für die A 20“. Dazu Uwe Schmidt, Sprecher der Initiativen gegen die A 22/20: „Wie kommt es, dass der Tunnelquerschnitt jetzt passen soll, obwohl sich die Sicherheitsbestimmungen seit dem Bau des Wesertunnels erheblich verschärft haben?“ Offensichtlich ist vorgesehen, die Sicherheitsvorschriften mit Behelfsmaßnahmen zu umgehen. „Das geht ganz klar zu Lasten der Sicherheit der Autofahrer“, stellt Schmidt fest, „denn die Aussagen der Straßenbau- behörde lassen sich vielleicht verbiegen, wie es gerade passt, Tunnelwände aber nicht!“

Vollkommen ungeklärt ist außerdem der Brandschutz. So ist der Rauchabzug äußerst mangelhaft und die Funktionsfähigkeit des konstruktiven Brandschutzes zweifelhaft. Die Fluchttüren sind zu weit von einander entfernt. Im Brandfall steht nur eine Feuerwehr zur Verfügung und bezüglich der Brandüberwachung besteht noch Uneinigkeit. „Der Wesertunnel bleibt ein Hindernis für die A 20 und ein Sicherheitsrisiko für die Nutzer“, folgert Schmidt.