A20-Gegner begrüßen Baustopp der A 20 bei Segeberg

07. November 2013  Medien – Presse, Pressemitteilungen

Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 6. November bescheinigt den Planern der A 20 gravierende Planungsmängel.

Westerstede/Drochtersen. Die A 20-Gegner in Niedersachsen begrüßen die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts zur A 20 in Schleswig-Holstein, die einen Baustopp bewirkt hat. Das Gericht hatte den Planfeststellungsbeschluss als rechtswidrig bezeichnet und sowohl den Klagen der Umweltverbände als auch der Gemeinde Klein Gladebrügge, die stark vom Lärm der neuen Autobahn betroffen wäre, Recht gegeben. Es hatte gerügt, dass das Fledermausvorkommen mittels Potentialanalyse quasi „nur“ abgeschätzt wurde, was sich im Nachhinein als gravierender Fehler herausgestellt hat. Des Weiteren wurde bemängelt, dass Alternativtrassen mit geringeren Auswirkungen auf Natur und Mensch nicht ausreichend geprüft wurden.

Die A 20-Gegner freuen sich, dass das Gericht dem Naturschutz und dem Schutz der Menschen in der kleinen Gemeinde gleichermaßen eine angemessene Bedeutung beigemessen hat. „Beide Schutzgüter werden auch bei der Planung der Küstenautobahn auf niedersächsischer Seite nicht genügend gewürdigt“, stellt Uwe Schmidt, Sprecher der Initiativen gegen die A 20 fest. „Von Anfang an haben wir die mangelhaften Artenerfassungen und zweifelhafte Trassenführungen kritisiert“, führt Schmidt weiter aus. „Außerdem haben wir immer wieder die Prüfung von verkehrlichen Alternativen angemahnt“, sagt Schmidt. Schließlich hatten die A 20-Gegner ein eigenes Alternativenkonzept entwickelt, das auch andere Verkehrsträger berücksichtigt habe. Deutschland mit seinem dichten Straßennetz benötigt keine weiteren Autobahntrassen und muss sich auf die Instandhaltung der bestehenden Strecken konzentrieren. Der dünn besiedelte ländliche Raum brauche diese Parallelautobahn zur A 1 schon gar nicht, zumal nachweislich kaum regionalwirtschaftliche Effekte zu erwarten seien.

Der Grund für den jetzigen Baustopp liegt eindeutig bei Planungsfehlern der Straßenbaubehörden und bei denjenigen Politikern, die die Planer antreiben, möglichst schnell eine neue Betonpiste durch die Landschaft zu peitschen. Die Ignoranz und Arroganz der Straßenbaubehörde bei dem jüngsten Erörterungstermin zur Elbquerung hat dies einmal mehr deutlich gemacht. Die Bedenken der betroffenen Gemeinden wurden dort allesamt im wahrsten Sinne des Wortes abgebügelt.

Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts ist eine passende Ohrfeige für den Straßenbau- und planungsapparat. Die A 20-Gegner hoffen, dass nun die Chance genutzt wird, sich endlich komplett von der A 20 zu verabschieden und ernsthaft in unsere Zeit passende, menschen- und umweltfreundlichere Alternativen zu betrachten.