Das Ende der A 20 naht

17. März 2016  Pressemitteilungen

Entwurf des Bundesverkehrswegeplans bescheinigt A 20 desaströses Nutzen-Kosten-Verhältnis | Die A 20-Gegner sehen das Ende der A 20 nahen: Sie ist unwirtschaftlich und stellt ein großes Risiko für die Umwelt dar, wie dem Entwurf des Bundesverkehrswegeplans zu entnehmen ist. „Dieser Entwurf ist nur ein Entwurf. Er sagt nichts über die tatsächliche Finanzierung oder gar den tatsächlichen Bau einer Autobahn aus“, wie Uwe Schmidt, Sprecher der Initiativen gegen die A 20, klarstellt.

Die A 20 hat zu Recht die oberste Dringlichkeitsklasse verfehlt, denn sie gehört nicht zu den laufenden und disponierten Projekten. Das sind die Projekte, die als erste gebaut werden sollen. Die A 20 ist also nicht besonders dringlich und hat es nur in die schlichte Mittelklasse der Bauprojekte geschafft.

Selbst in der Mitteklasse schneidet sie sehr schlecht ab, denn ein wichtiger Indikator für die Wirtschaftlichkeit eines Bauprojektes ist das Nutzen-Kosten-Verhältnis (NKV). Die A 20 bringt es nur auf ein NKV von 1,6. Das ist der weitaus schlechteste Wert aller niedersächsischen Projekte im vordringlichen Bedarf.

2012 prüfte der unabhängige Verkehrswissenschaftler Prof. Dr.-Ing. Gert Marte das Nutzen-Kosten-Verhältnis der geplanten A 20 nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Sein Resultat: Das NKV der A 20 liegt bei rund 1. Alles andere ist Schönrechnerei. Die A 20 ist auch im aktuellen Entwurf des Bundesverkehrswegeplans wieder einmal schöngerechnet worden. Ihre Kosten werden mit rund 2,59 Mrd. Euro angegeben. Darin sind offenbar die Kosten für den Elbtunnel enthalten. Realistische Berechnungen gehen von 3,2 Mrd. Euro für die Autobahn plus 3,4 Mrd. Euro für den Elbtunnel aus – macht insgesamt 6,6 Mrd. Euro.

„Die A 20 ist absolut unwirtschaftlich. Für sie gibt es nicht den geringsten Bedarf!“, stellt Uwe Schmidt fest. „Der Entwurf des Bundesverkehrswegeplans steckt voller Ungereimtheiten und vernachlässigt den Klimaschutz“, so Schmidt weiter. „Wir werden die nun beginnende Öffentlichkeitsbeteiligung dazu nutzen, die A 20 wieder dorthin zu verbannen, wo sie hingehört: Wenn überhaupt, dann allerhöchstens in den weiteren Bedarf des endgültigen Bundesverkehrswegeplans. Das ganze Projekt A 20 ist nichts weiter als eine sinnlose Verschwendung von Steuergeldern.“