Straße frisst Moor – Moor frisst Straße

18. Januar 2018  Allgemein

Von Susanne Grube ❙ Jüngst hat das beschauliche Städtchen Tribsees in Mecklenburg-Vorpommern traurige Berühmtheit erlangt: Auf einer Länge von rund 50 Metern ist dort die A 20 weggebrochen und mehr als vier Meter tief ins Moor abgesackt. Anstelle einer Fahrbahn klafft hier nun ein Krater wie nach einem Erdbeben. – In Niedersachsen ist die A 20 zu zwei Dritteln durch Moorgebiete geplant. Wird auch hier erst die Straße das Moor und dann das Moor die Straße fressen?

Der aktuelle Krater ist nicht der einzige Mangel der erst vor zehn Jahren fertiggestellten so genannten Ostseeautobahn A 20, die auch als „Pannenautobahn“ bekannt geworden ist. Erst raubte so genannter Brüllbeton den Anliegern den Schlaf, dann schlug der Asphalt Blasen. In beiden Fällen war falscher Fahrbahnbelag die Ursache. Überhaupt wird auf der A 20 ständig die Fahrbahndecke erneuert, obwohl die Trasse erst zehn Jahre alt ist und obwohl viel weniger Verkehr fließt als prognostiziert. Seit Inbetriebnahme mussten bereits 40 Prozent der knapp 300 Kilometer langen Autobahn instand gesetzt werden (1).

Den Höhepunkt der Pannenserie aber stellt der Zusammenbruch der Autobahn bei Tribsees dar: Seit Wochen ist die A 20 zwischen ihren Anschlussstellen 20 (Bad Sülze) und 21 (Triebsees) über rund sechs Kilometer komplett gesperrt. Der Verkehr einschließlich etlicher Lkw und Schwertransporte quält sich zum Leidwesen der Anwohner über Landstraßen durch die Dörfer. … Weiter im WATERKANT-Sonderdruck (PDF-Datei 3,6 MB)).

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