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Magistrale – oder Marginalie … – Wie dringend braucht Europa die Küstenautobahn A 20 wirklich?

01. Oktober 2014  Allgemein

2014_10_01 Magistrale - oder Marginalie ... – TitelbildVON SUSANNE GRUBE | Wie Kaninchen aus dem Hut zaubert die Küstenautobahn-Lobby immer neue Begründungen für den Bau der Trasse hervor. Erst wurde die A 20 zur unverzichtbaren Hinterlandanbindung der Seehäfen erklärt, dann das Märchen vom Nutzen für die regionale Wirtschaft aufgetischt Zurzeit jubeln Wirtschaft und Politik die A 20 zur künftigen Hauptverkehrsader durch Europa hoch. Was ist dran am Argument einer „europäischen Magistrale“? Einfache Antwort: Nichts.

„Bei der A 20 müsste eigentlich Europa sagen, die brauchen wir ganz dringend“, tönte vor Kurzem der niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies auf einer Konferenz der Industrie- und Handelskammern in Anwesenheit von BMVI-Staatssekretär Enak Ferlemann – und schob die Verantwortung für die Realisierung ein wenig in Richtung Brüssel ab: Das sei nicht nur eine Angelegenheit Deutschlands (1). Zwar sicherte Ferlemann als notorischer A 20-Förderer sowohl Lies als auch den IHK-Vertretern zu, die Küstenautobahn stehe auf der Prioritätenliste der Bundesregierung „weit oben“ und sei im neuen Bundesverkehrswegeplan 2015-2030 „als Entlastung für andere Autobahnen“ fest eingeplant. Dumm nur, dass .. Europa“ sich dazu nicht meldet. Warum gibt es aus Brüssel keine Forderungen nach der A 20? – Weil Europa die A 20 nicht braucht und weil sie Europa nichts nützt!

Wer über eine angebliche europäische Dimension der geplanten A 20 nachdenkt, kommt am Konzept der so genannten „Transeuropäischen Netze“ (TEN) nicht vorbei: Bereits 1992 wurde die TEN -Idee in den Vertrag von Maastricht aufgenommen. Man wollte gewährleisten, dass die einzelnen staatlichen Netze in den Bereichen Verkehr, Telekommunikation und Energieinfrastruktur miteinander funktionieren, also kompatibel sind. 1996 verabschiedete die EU schließlich Leitlinien für das Verkehrsnetzwerk TEN-V, 2004 wurden sie grundlegend überarbeitet. Ziele waren und sind laut amtlichem Anspruch unter anderem … Weiter im WATERKANT-Sonderdruck (PDF-Datei 4,7 MB)).

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10 Jahre Widerstand gegen die A 20

02. Juli 2014  Allgemein

Liedertach_Solidaritaetskonzert_2014-07-2610 Jahre Widerstand gegen die A 20 +++ großes Solidaritätskonzert mit Liedertach am 26.07.2014 +++ Termin freihalten, jetzt Karten reservieren, dabei sein +++ weitersagen!!!

Einen besonderen Ohrenschmaus für alle Liebhaber handgemachter Musik und leibhaftiger Sangeskunst verspricht das Konzert mit den beiden weithin bekannten Trios „Liederjan“ und „Iontach“, die als multiinstrumentales (und -vokales) Sextett „Liedertach“ am Samstag, den 26. Juli 2014 ein Gastspiel im Hollener Krug in Wiefelstede/Hollen (Garnholter Straße 3) geben werden.

Landauf, landab meist mit ihren jeweils eigenen Programmen unterwegs, haben die sechs Vollblutmusikanten vor einigen Jahren entdeckt, welche Möglichkeiten und Energie im vereinten Spiel liegen. So werden die Konzerte von „Liedertach“ für die Musiker und ihr Publikum zum beglückenden Gemeinschaftserlebnis, in dem die drei Frauen- und drei Männerstimmen und eine Vielzahl an Zupf-, Streich- und Blasinstrumenten, Akkordeon und Concertina ausreichend Material darstellen für einen munteren Trip von Deutschland nach Irland und zurück, von Goslar nach Galway und von Kenmare nach Kiel. „Iontach“ zählen zu den beliebtesten Formationen der irisch-traditionellen Musikszene und „Liederjan“ – wenn auch deutlich verjüngt – waren stark am deutschen Folkrevival der frühen Siebziger Jahre beteiligt.

Veranstalter dieses Solidaritätskonzertes zum 10jährigen Bestehen des Widerstands gegen die A 20 sind die Schutzgemeinschaft ländlicher Raum Nord-West e.V. und die Ammerländer Bürger gegen die A 20. Das Konzert beginnt um 20 Uhr, Einlaß wird ab 19 Uhr sein.

Kartenreservierungen werden unter der Telefonnummer 04488/9309 oder g.warstat@web.de entgegengenommen.

Liedertach_Solidaritaetskonzert_2014-07-26

Vortrag: Braucht Europa die A 20?

24. April 2014  Allgemein

Liebe Interessierte an europäischer und nationaler Verkehrspolitik, im Rahmen der Europawahl haben wir die Kandidaten der verschiedenen Parteien nach ihrer Meinung zur A 20 im europäischen Zusammenhang befragt. Die Ergebnisse der Befragung sollen am Mittwoch, dem 7. Mai 2014, im Rahmen einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung vorgestellt werden. Der Vortrag wird außerdem über die Geschichte und Bedeutung der Transeuropäischen Netze informieren, die Transitachsen durch Deutschland darstellen, die Engpässe aufzeigen und schließlich der Frage nachgehen, welche Funktion die A 20 im europäischen Verkehrsnetz einnehmen könnte. Siehe dazu auch die Ankündigung im Anhang.

Braucht Europa die A 20?

Vortrag und Diskussion mit Susanne Grube (Koordinationskreis der Initiativen gegen die A 20) Hans-Christian Friedrichs (Vorsitzender des VCD Niedersachsen)

Mittwoch, 7. Mai 2014, 19:30 Uhr Saalbetrieb Hersemeier, Hohewurth 37, 27612 Loxstedt

Es laden herzlich ein: VCD, Koordinationskreis der Initiativen gegen die A 20, EsA (Eisenbahn statt Autobahn), BUND Unterweser, NABU Bremerhaven Für Rückfragen und weitere Infos: VCD-Kreisverband Cuxhaven e. V., Georg Beez, An der Bahn 21, 27624 Drangstedt, Tel. 04704-1302

Flyer zum Vortrag: LINK & Antworten der Kandidaten LINK: CDU (David McAllister) • FDP (Hendrik Jürgens) • Grüne (Rebecca Harms) • Linke (Sofia Leonidakis & Sabine Lösing)

Die Fledermäuse sind unschuldig

24. Dezember 2013  Allgemein

Titelseite_Waterkant_2013-04Von Susanne Grube | „Fledermäuse stoppen A 20“ – so der so ähnlich ging es wie ein Lauffeuer durch die Medienlandschaft, nachdem das Bundesverwaltungsgericht am 6. November 2013 den Weiterbau der A 20 auf Eis gelegt hatte. Aber es waren nicht die Fledermäuse, sondern gravierende Planungsmängel, die dem Mammutprojekt eine mindestens zweijährige Zwangspause auferlegt haben. Die A-20-Gegner hoffen auf eine Dauerpause und die Beerdigung des unsinnigen Projektes.

Viele Menschen kennen den Kalkberg bei Bad Segeberg von den Karl-May-Festspielen. Die meisten werden dem Wild-West-Spektakel – ehemals noch mit Pierre Brice als Winnetou – schon einmal beigewohnt haben. Die wenigsten wissen, dass sich in dem Kalkberg auch ein mit mehr als zwei Kilometern außergewöhnlich langes und verzweigtes Höhlensystem befindet. Und noch weniger wussten bis zu dem aktuellen Urteil des Bundesverwaltungsgerichts, dass die Kalkberghöhlen das bedeutendste Winterquartier für Fledermäuse in Deutschland sind. Acht verschiedene, teilweise streng geschützte Fledermausarten sammeln sich dort für den Winterschlaf. Mehr als 20.000 Fledermäuse überwintern alljährlich in dem Höhlensystem.

Die bisher fertig gestellte A 20, die auch als „Ostseeautobahn“ bezeichnet wird, beginnt nahe der deutsch-polnischen Grenze bei Stettin und endet in Schleswig-Holstein bei Weede südöstlich von Bad Segeberg. Sie soll nach Westen fortgesetzt und mit einer Elbquerung nach Niedersachsen verlängert werden. Der hier zur Rede stehende Abschnitt schließt sich westlich an die bestehende Autobahn an und soll Bad Segeberg ortsnah südlich umfahren, um bei Wittenborn zunächst wieder auf die parallel verlaufende B 206 zu stoßen. Er kreuzt außerdem die A 21, jenes legendäre Autobahnfragment, das bei Bargteheide von der A 1 abzweigt und auch nach mehr als 30 Jahren noch nicht, wie geplant, bis Kiel vollendet werden konnte. Für den westlich daran anschließenden A-20-Abschnitt wird in Kürze der Planfeststellungsbeschluss erwartet. Alle übrigen Planungsabschnitte in Schleswig-Holstein befinden sich noch im Planfeststellungsverfahren. In Niedersachsen wurde erst für einen der sieben Abschnitte das Planfeststellungsverfahren eingeleitet.

In seinem Urteil hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig den Planfeststellungsbeschluss des Landesbetriebes Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein für den Neubau der Bundesautobahn A 20 im Abschnitt von Weede bis Wittenborn für „rechtswidrig und nicht vollziehbar“ erklärt (1). Damit darf die Autobahn vorerst nicht gebaut und die Unterlagen müssen in ganz wesentlichem Umfang neu bearbeitet werden. Das Gericht hat dabei sowohl den Klagen der Umweltverbände als auch der Gemeinde Klein Gladebrügge, die stark vom Lärm der neuen Autobahn betroffen wäre, Recht gegeben. Es hat zum einen die Methode der Bestandserfassung gerügt, dass nämlich das Fledermausvorkommen mittels Potenzialanalyse quasi „nur“ abgeschätzt wurde, was nicht den „besten wissenschaftlichen Erkenntnissen“ entspreche. Zum anderen wurde bemängelt, dass Alternativtrassen mit geringeren Auswirkungen nicht ausreichend geprüft wurden. Weiter im WATERKANT-Sonderdruck (PDF-Datei (1,2 MB)).

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A 20 Nie – Kräfte bündeln

22. Oktober 2013  Allgemein

Das Planfeststellungsverfahren für den Abschnitt der A 20 im Ammerland könnte im nächsten Jahr beginnen. Dazu gilt es, die Kräfte zu bündeln. Die Ammerländer Initiative gegen die A 20 trifft die ersten Vorbereitungen. So wurden bereits in diesem Jahr Tiere und Pflanzen erfasst, um die Ergebnisse der Planer überprüfen zu können.

Nach langjähriger Tätigkeit gibt Helga Jarisch ihren Posten aus persönlichen Gründen als Sprecherin der Initiative ab. Die Nachfolge tritt Susanne Grube an, die auch den Schutz- und Klagefonds gegen die A 20 für den Bereich westlich der Weser vertritt. „Wir werden weiter sachlich die überzeugenden Argumente vortragen, die gegen die A 20 sprechen“, kündigt die neue Sprecherin an. Sie will die effektive Arbeit ihrer Vorgängerin fortsetzen und konstruktiv an bestehenden Verkehrsproblemen im Ammerland mitarbeiten. Birgit Wessels übernimmt die Aufgaben der Schatzmeisterin. Die Initiative steht jederzeit für Fragen und Hilfestellungen zur Verfügung unter Tel. 04488-98139.