A22/20 – Eine Geisterbahn für die Seehäfen

15. November 2011  Medien – Presse, Pressespiegel

In der öffentlichen und politischen Diskussion sowie in den Verfahrensunterlagen wird die geplante Küstenautobahn A22/20 unter anderem mit ihrer vermeintlichen Bedeutung als unerlässliche Hinterlandanbindung der Seehäfen begründet. Die Initiativen gegen die A22/20 haben überprüft, inwiefern die Trasse diese spezielle Funktion erfüllen kann. (von Susanne Grube)

Im Nordwesten ist mit den Autobahnen A28, A1 und ab Lübeck mit dem fertiggestellten Teil der A20 bereits eine durchgängige Achse in Ost-West-Richtung vorhanden. Insbesondere die A1 stellt eine altbewährte, nach dem sechsspurigen Ausbau leistungsfähige Strecke mit bestehender logistischer Infrastruktur dar. Die nordwestdeutschen Seehäfen Wilhelmshaven, Bremerhaven, Cuxhaven und Hamburg sind bereits direkt über leistungsfähige Autobahnen in Nord-Süd-Richtung angebunden. Die genannten Häfen sind außerdem über den Seeweg untereinander verbunden sowie direkt an das Schienennetz angebunden.

Um die Frage nach der logistischen Notwendigkeit der neuen Trasse als Hinterland­anbindung der Seehäfen beantworten zu können, musste geklärt werden, welche Verkehre aus und nach den Seehäfen eine Autobahn in Südwest-Nordost-Richtung überhaupt aufnehmen könnte. Als Maß dafür wurde ermittelt, wie sich die Wegstrecken zwischen den Seehäfen an der deutschen Nordseeküste untereinander und zu den wichtigsten Ziel- und Quellregionen des Güterverkehrs durch die A22/20 im Vergleich zu dem bestehenden Autobahnnetz verändern würden.

Im Ergebnis zeigt sich, dass für drei Verkehrsbeziehungen, für die die neue Autobahn theoretisch von Nutzen sein könnte, die Fahrt via A22/20 eine Verschlechterung bedeuten würde, weil die zurückzulegenden Strecken deutlich länger wären als über die vorhandenen Autobahnen. Das betrifft die Verbindung zwischen Hamburg und dem Ruhrgebiet, die großräumige Verbindung zwischen Hamburg und Rotterdam sowie die großräumige Verbindung zwischen dem Ruhrgebiet und Skandinavien. Ganzen Beitrag lesen »

Never Moor – A22/20 und die Vernichtung einer der letzten Urlandschaften

15. November 2011  Medien – Presse, Pressespiegel

Die Moore waren im Bewusstsein der Bevölkerung bis vor wenigen Jahren eher eine Randerscheinung. Bekannt war vor allem, dass man im Moor tief einsinken kann und dass dort Torf abgebaut wird. Die öffentlichen Medien zeigen meist nur Interesse, wenn zufällig einmal eine Moorleiche gefunden wird. Die aktuellen Diskussionen über die Klimaveränderungen belegen jedoch, wie wichtig der Erhalt und die Renaturierung unserer Moore sind. (von Dr. Hans-Joachim Andres)

Heute werden mehr als 65% der ehemaligen Moorflächen als Weiden und in zunehmendem Maße auch als Maisäcker landwirtschaftlich genutzt. Auf etwa 12% der Flächen wird immer noch Torf abgebaut, denn hierfür gibt es noch Genehmigungen teilweise über mehrere Jahrzehnte. Nur knapp 5% der Moorflächen können heute noch als halbwegs intakte Hoch- oder Niedermoore angesprochen werden. Diese Flächen sind mittlerweile als höchst wertvolle Biotope geschützt, denn sie stellen die letzten Urlandschaften dar und bieten seltenen Tieren und Pflanzen wichtige Rückzugsmöglichkeiten.

Das „Niedersächsische Moorschutzprogramm von 1981“ sieht vor, dass alle Moore einschließlich der vielen Kleinbiotope unter Naturschutz gestellt werden und die massiven Moorentwässerungen rückgängig gemacht werden. Zudem ist die Torfindustrie verpflichtet, die Flächen nach dem Abbau wieder zu vernässen, um damit eine Renaturierung zumindest zu versuchen. Ganzen Beitrag lesen »

Schleusen-Neubau auf Kosten der A 20?

14. November 2011  Allgemein

Der 300-Millionen-Beschluss für den Nord-Ostsee-Kanal weckt Neid in anderen Ländern – Minister de Jager hofft dennoch auf weiteres Geld.

Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Jost de Jager (CDU) hat sich erfreut über den Beschluss des Bundestages zum Neubau einer fünften Schleuse am Nord-Ostsee-Kanal in Brunsbüttel gezeigt. „Das ist ein ebenso erfreuliches wie klares Signal des Bundes in Richtung Schleswig-Holstein“, sagte er. Der Haushaltsausschuss in Berlin hatte in der Nacht zu Freitag in seiner Schlussberatung über den Etat 2012 insgesamt 300 Millionen Euro für den Bau der Schleuse bewilligt. Deren Errichtung dauert voraussichtlich fünf Jahre. Daher stehen von 2012 bis 2016 jährlich 60 Millionen Euro bereit. Die neue Schleuse ist notwendig, weil die alten marode und dringend sanierungsbedürftig sind.

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Der große Bluf

13. November 2011  Allgemein

Von wegen Graswurzelbewegung: Firmen und Industrieverbände entdecken den Bürgerprotest für sich. Das beste Beispiel ist die Asphaltlobby, die im Namen des Umweltschutzes deutschlandweit Bürgerinitiativen für den Straßenbau vorantreibt.

Alois Freundl ist froh, dass sie endlich raus sind. Jahrelang bretterten die Laster vor seiner Haustür vorbei, mitten durch den Ortskern des schönen Ebersberg in Oberbayern. Jahrelang hat Freundl, Bäckermeister im Ruhestand, mit seiner Bürgerinitiative dagegen demonstriert – gegen den Durchgangsverkehr und für eine neue Ortsumgehungsstraße. Kommunalpolitiker und Behörden haben sie bearbeitet, Plakate geklebt, die von Gegnern abgerissen wurden. Sie haben einen Laster bemalt mit einem Slogan für das Bauprojekt und durch die Straßen fahren lassen. „Eine lange Geschichte war das“, sagt Freundl, satt und bajuwarisch, ein richtiges „Kasperltheater“. „Sogar Freundschaften sind daran zerbrochen.“ Aber nun ist alles gut: Sechs Kilometer Asphalt führen den Verkehr südlich am Ort vorbei, im Dezember wurde die Straße freigegeben. 24,7 Millionen Euro hat der Bau verschlungen, 10 Millionen mehr als ursprünglich veranschlagt. Diesen Erfolg, da ist sich Freundl sicher, hätten die Bürger nie errungen ohne die Hilfe von Herrn Wild. Herr Wild von der GSV. Freundl jubelt: „Der war spitze.“ Der habe ihnen erklärt, welche Ämter zuständig sind. Der habe tolle Kontakte gehabt zu den Behörden und auch Briefe für die Bürgerinitiative aufgesetzt, richtig professionell, mit Planfeststellungsverfahren und all den anderen Verwaltungsdingen kennen sich die verkehrsgeplagten Bürger schließlich nicht so aus. Und Geld gab es wohl ebenfalls ein wenig. „Aber da red ma ned drüber.“

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Schluss mit sinnlosen Straßenbauprojekten!

10. November 2011  Allgemein

Bürger fordern mit einer Petition den sofortigen Stopp aller laufenden Straßenneubauprojekte und deren kritische Überprüfung. Nur dort, wo tatsächlich langfristig ein Mehrbedarf besteht, sollen Straßen noch aus- oder neugebaut werden. Mit dem eingesparten Geld sollen kaputte Straßen und Brücken saniert werden. Am 13. Oktober 2011 wurde beim Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags die „Petition 20526“ für ein sofortiges Straßenbaumoratorium eingereicht. Sie ist noch bis zum 20. Dezember 2011 als öffentliche Online-Petition zur Mitunterzeichnung freigegeben und muss in dieser Frist 50.000 Unterschriften erhalten. Ab dieser Anzahl muss sich der Petitionsausschuss in einer öffentlichen Anhörung mit dem Anliegen beschäftigen. Den vollständigen Text der Petition, aktuelle Informationen sowie einen Link zur Mitzeichnung finden Sie unter www.strassenbaumoratorium.de oder über den nebenstehenden Link.