Der große Bluf

13. November 2011  Allgemein

Von wegen Graswurzelbewegung: Firmen und Industrieverbände entdecken den Bürgerprotest für sich. Das beste Beispiel ist die Asphaltlobby, die im Namen des Umweltschutzes deutschlandweit Bürgerinitiativen für den Straßenbau vorantreibt.

Alois Freundl ist froh, dass sie endlich raus sind. Jahrelang bretterten die Laster vor seiner Haustür vorbei, mitten durch den Ortskern des schönen Ebersberg in Oberbayern. Jahrelang hat Freundl, Bäckermeister im Ruhestand, mit seiner Bürgerinitiative dagegen demonstriert – gegen den Durchgangsverkehr und für eine neue Ortsumgehungsstraße. Kommunalpolitiker und Behörden haben sie bearbeitet, Plakate geklebt, die von Gegnern abgerissen wurden. Sie haben einen Laster bemalt mit einem Slogan für das Bauprojekt und durch die Straßen fahren lassen. „Eine lange Geschichte war das“, sagt Freundl, satt und bajuwarisch, ein richtiges „Kasperltheater“. „Sogar Freundschaften sind daran zerbrochen.“ Aber nun ist alles gut: Sechs Kilometer Asphalt führen den Verkehr südlich am Ort vorbei, im Dezember wurde die Straße freigegeben. 24,7 Millionen Euro hat der Bau verschlungen, 10 Millionen mehr als ursprünglich veranschlagt. Diesen Erfolg, da ist sich Freundl sicher, hätten die Bürger nie errungen ohne die Hilfe von Herrn Wild. Herr Wild von der GSV. Freundl jubelt: „Der war spitze.“ Der habe ihnen erklärt, welche Ämter zuständig sind. Der habe tolle Kontakte gehabt zu den Behörden und auch Briefe für die Bürgerinitiative aufgesetzt, richtig professionell, mit Planfeststellungsverfahren und all den anderen Verwaltungsdingen kennen sich die verkehrsgeplagten Bürger schließlich nicht so aus. Und Geld gab es wohl ebenfalls ein wenig. „Aber da red ma ned drüber.“

Weiter lesen auf Fluter (Magazin der Bundeszentrale für politische Bildung): LINK (zum Artikel)

Schluss mit sinnlosen Straßenbauprojekten!

10. November 2011  Allgemein

Bürger fordern mit einer Petition den sofortigen Stopp aller laufenden Straßenneubauprojekte und deren kritische Überprüfung. Nur dort, wo tatsächlich langfristig ein Mehrbedarf besteht, sollen Straßen noch aus- oder neugebaut werden. Mit dem eingesparten Geld sollen kaputte Straßen und Brücken saniert werden. Am 13. Oktober 2011 wurde beim Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags die „Petition 20526“ für ein sofortiges Straßenbaumoratorium eingereicht. Sie ist noch bis zum 20. Dezember 2011 als öffentliche Online-Petition zur Mitunterzeichnung freigegeben und muss in dieser Frist 50.000 Unterschriften erhalten. Ab dieser Anzahl muss sich der Petitionsausschuss in einer öffentlichen Anhörung mit dem Anliegen beschäftigen. Den vollständigen Text der Petition, aktuelle Informationen sowie einen Link zur Mitzeichnung finden Sie unter www.strassenbaumoratorium.de oder über den nebenstehenden Link.

Vortrag über die geplante A 22

Der „Schutz- und Klagefonds gegen die A22“ lädt zu zwei Vorträgen ein. Anlass ist seine Jahreshauptversammlung am Freitag, 11. November. Die Veranstaltung beginnt

um 19.30 Uhr in „Theos Sportbar“ in der Bahnhofstraße 53 in Loxstedt (Link zur Wegbeschreibung).

Das erste Referat hält die Diplom-Biologin Susanne Grube, sie erläutert den Stand der Planungen zur A22/A20. Anschließend spricht Dr. Hans-Joachim Andres über das Thema „Die Menschheit zerstört ihre Lebensgrundlagen – und die Natur schaut lächelnd zu“.

Trassenkampf – Dokumentarfilm

08. November 2011  Allgemein

Das Aktionsbündnis gegen die Küstenautobahn A20 zeigt im

Gasthof Jabben in Südbollenhagen (Link zur Wegbeschreibung)

am Dienstag, den 15. November 2011 um 19.30 Uhr den

Dokumentarfilm – Trassenkampf von Konstanze Radziwill

Dieser Film zeigt , wie der Zusammenhalt aller Betroffenen das schon als besiegelt geltende Schicksal einer Autobahntrasse doch noch verhindert werden konnte – und dass – 40 Jahre danach – die einstigen Kämpfer von den damaligen Befürwortern der Trasse für ihren Einsatz geehrt wurden.

Am Dienstagabend werden Kämpferinnen und Kämpfer von damals zugegen sein und zusammen mit der Regisseurin dem Publikum mit Vergnügen Rede und Antwort stehen.

1000 Euro Spende

Keine 200 m soll die geplante A22/20 an dem idyllisch und vollkommen ruhig gelegenen Ferienhaus „Seepark Lehe“ vorbei führen. „Mit der Ruhe ist es dann vorbei“, erläutert Ulrich Buchholz, Sprecher der Eigentümergemeinschaft des Seeparks. Deshalb ist die Eigentümergemeinschaft der 109 Grundstücke bereits im Jahr 2008 dem Schutz- und Klagefonds gegen die A22/20 beigetreten.

Lesen Sie weiter im Artikel des Westersteder Bürgers (PDF-Datei).